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Recht & Steuern20. Januar 2026Von der Genieportal-Redaktion

Minijob-Kündigung: Fristen und Regeln

Wie läuft eine Kündigung im Minijob ab? Erfahre alles über Kündigungsfristen, Formvorschriften, Kündigungsschutz und was du bei einer unrechtmäßigen Kündigung tun kannst.

Welche Kündigungsfrist gilt im Minijob?

Für Minijobs gelten die gleichen gesetzlichen Kündigungsfristen wie für alle anderen Arbeitsverhältnisse. Die Grundkündigungsfrist nach § 622 BGB beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Vier Wochen sind dabei 28 Tage – nicht ein Monat.

Während einer vereinbarten Probezeit von maximal sechs Monaten gilt eine verkürzte Kündigungsfrist von zwei Wochen. Diese kann zu jedem beliebigen Tag ausgesprochen werden, nicht nur zum 15. oder Monatsende. Ohne ausdrücklich vereinbarte Probezeit gilt von Anfang an die reguläre Vierwochenfrist.

Mit zunehmender Betriebszugehörigkeit verlängern sich die Kündigungsfristen für den Arbeitgeber: Nach zwei Jahren auf einen Monat, nach fünf Jahren auf zwei Monate, und so weiter bis zu sieben Monate nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit. Diese verlängerten Fristen gelten nur für die Kündigung durch den Arbeitgeber – der Arbeitnehmer kann immer mit der Grundfrist von vier Wochen kündigen.

Muss die Kündigung im Minijob schriftlich erfolgen?

Eine Kündigung muss immer schriftlich erfolgen – das gilt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. Schriftlich bedeutet hier: auf Papier, mit eigenhändiger Unterschrift. Eine Kündigung per E-Mail, WhatsApp, SMS oder Fax ist unwirksam.

Das Kündigungsschreiben muss klar erkennen lassen, dass das Arbeitsverhältnis beendet werden soll. Ein Datum, zu dem die Kündigung wirksam werden soll, ist empfehlenswert, aber nicht zwingend erforderlich. Fehlt ein Datum, gilt die nächstmögliche Kündigungsfrist.

Übergib das Kündigungsschreiben persönlich und lass dir den Empfang quittieren, oder sende es per Einschreiben mit Rückschein. So kannst du im Streitfall nachweisen, dass und wann die Kündigung zugegangen ist. Der Zugang ist entscheidend für den Beginn der Kündigungsfrist.

Wann greift der Kündigungsschutz?

Das Kündigungsschutzgesetz schützt dich vor willkürlichen Kündigungen, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind: Dein Betrieb beschäftigt regelmäßig mehr als zehn Mitarbeiter (Teilzeitkräfte werden anteilig gezählt), und dein Arbeitsverhältnis besteht seit mindestens sechs Monaten.

In Kleinbetrieben mit zehn oder weniger Mitarbeitern gilt das Kündigungsschutzgesetz nicht. Dein Arbeitgeber braucht dann keinen Kündigungsgrund. Allerdings darf auch in Kleinbetrieben die Kündigung nicht willkürlich, sittenwidrig oder diskriminierend sein. Der Schutz vor Maßregelungskündigung – also einer Kündigung, weil du deine Rechte wahrgenommen hast – gilt ebenfalls immer.

Besonderer Kündigungsschutz besteht für Schwangere (ab Beginn der Schwangerschaft bis vier Monate nach der Entbindung), während der Elternzeit, für Schwerbehinderte (Zustimmung des Integrationsamts erforderlich) und für Betriebsratsmitglieder.

Wie kündige ich meinen Minijob richtig?

Wenn du deinen Minijob selbst kündigen möchtest, musst du die Kündigungsfrist einhalten und die Kündigung schriftlich einreichen. Du brauchst keinen Grund anzugeben. Halte dich an die vertraglich vereinbarte oder gesetzliche Frist, um Probleme zu vermeiden.

Eine fristlose Kündigung durch den Arbeitnehmer ist nur bei einem wichtigen Grund zulässig – etwa wenn der Arbeitgeber wiederholt den Lohn nicht zahlt, dich beleidigt oder gegen Arbeitsschutzvorschriften verstößt. Vor einer fristlosen Kündigung musst du in der Regel eine Abmahnung aussprechen oder den Arbeitgeber auffordern, das Fehlverhalten abzustellen.

Nach der Kündigung hast du Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Bei Minijobs wird häufig nur ein einfaches Zeugnis ausgestellt, das Art und Dauer der Beschäftigung bestätigt. Du kannst aber auch ein qualifiziertes Zeugnis verlangen, das zusätzlich deine Leistung und dein Verhalten bewertet.

Was kann ich gegen eine unrechtmäßige Kündigung im Minijob tun?

Wenn du der Meinung bist, dass deine Kündigung unrechtmäßig ist, musst du schnell handeln. Du hast nur drei Wochen ab Zugang der Kündigung Zeit, um beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage einzureichen. Versäumst du diese Frist, gilt die Kündigung als wirksam – selbst wenn sie rechtswidrig war.

Vor dem Arbeitsgericht findet zunächst eine Güteverhandlung statt, in der ein Vergleich angestrebt wird. Häufig einigt man sich auf eine Abfindung, auch wenn ein gesetzlicher Anspruch darauf nur in Ausnahmefällen besteht. Die Höhe einer Abfindung richtet sich nach der Betriebszugehörigkeit und dem Verdienst.

In der ersten Instanz vor dem Arbeitsgericht trägt jede Partei ihre eigenen Anwaltskosten – unabhängig vom Ausgang des Verfahrens. Gerichtskosten fallen nur an, wenn kein Vergleich geschlossen wird. Für Geringverdiener gibt es die Möglichkeit der Prozesskostenhilfe. Auch Gewerkschaften bieten ihren Mitgliedern kostenlosen Rechtsschutz.

Häufige Fragen

Wie lang ist die Kündigungsfrist im Minijob?

Die gesetzliche Grundkündigungsfrist beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. In der Probezeit gilt eine verkürzte Frist von zwei Wochen. Im Arbeitsvertrag können auch längere Fristen vereinbart sein.

Kann ich meinen Minijob fristlos kündigen?

Eine fristlose Kündigung ist nur bei einem wichtigen Grund möglich – zum Beispiel wenn der Arbeitgeber wiederholt keinen Lohn zahlt oder schwerwiegende Pflichtverletzungen begeht. In der Regel musst du vorher eine Abmahnung aussprechen oder den Arbeitgeber zur Abhilfe auffordern.

Muss die Kündigung schriftlich erfolgen?

Ja, eine Kündigung ist nur in Schriftform wirksam – also auf Papier mit eigenhändiger Unterschrift. Kündigungen per E-Mail, WhatsApp, SMS oder mündlich sind rechtlich unwirksam und beenden das Arbeitsverhältnis nicht.

Was kann ich tun, wenn mein Arbeitgeber mich unrechtmäßig kündigt?

Du musst innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht einreichen. Nach Ablauf dieser Frist gilt die Kündigung als wirksam. Eine Beratung beim Anwalt für Arbeitsrecht oder bei einer Gewerkschaft ist dringend empfehlenswert.

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Stand: Januar 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr